Sicherheit für Expats in Mexico – Was Unternehmen beachten sollten2018-08-28T11:32:15+00:00

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Sicherheit für Expats in Mexico

Was Unternehmen beachten sollten

Sicherheit für Expats in Mexico

Für viele deutsche Firmen ist Mexiko ein wichtiger Standort – nicht nur in der Automobilindustrie.

Gleichzeitig hat das Land neben den kulturellen Unterschieden eine teilweise herausfordernde Sicherheitslage.

Dabei hat Mexiko bei der Sicherheitslage große thematische und regionale Unterschiede.

Das sagen ausländische Unternehmen:

Nach der Erhebung einer Handelskammer in Mexiko, bei der zahlreiche ausländische und mexikanische Firmen 2016 befragt wurden, sehen diese die Hauptrisiken in folgenden Bereichen:

• Korruption in Behörden (auf lokaler Ebene stärker ausgeprägt als bei Bundesbehörden)

• Angriffe, die sich gegen Transporte bzw. die Lieferkette richten

• Erpressungen

• Diebstahl durch Außenstehende

• Entführungen

• Gewalt im unmittelbaren Umfeld des Firmenstandortes

Regional springen nach dieser Studie hinsichtlich der hohen Sicherheitsrisiken und Herausforderungen für die Unternehmenssicherheit vor allem diese zehn Bundesstaaten ins Auge: Tamaulipas, gefolgt vom Bundesstaat Mexiko, Michoacán, Mexiko-Stadt, Nuevo-Léon, Guerrero, Jalisco, Veracruz, Sinaloa und Coahuila.

Das Vertrauen in die mexikanischen Sicherheitsbehörden ist auf einem sehr niedrigen Niveau. Über 20 Prozent der ausländischen Unternehmen in Mexiko bringen Delikte erst gar nicht zur Anzeige. Selbst die Nationale Behörde für Statistik und Geographie (INEGI) schätzt, dass 95 Prozent der Entführungen von den Betroffenen nicht zur Anzeige gebracht werden. Entgegen der weit verbreiteten Auffassung richtet sich das Risiko von Lösegeldentführungen in erster Linie gegen Mexikaner und nicht gegen Expats.

Epidemieartig sind insbesondere Fälle von virtuellen Entführungen und Express Kidnappings, die auch Ausländer betreffen.

Deutliche Zunahme von Gewalt in Mexiko

Alles deutet darauf hin, dass Mexiko 2017 die höchste Mordrate der letzten 20 Jahre aufweisen wird. Es gibt mehrere Gründe für die Gewaltzunahme: Viele kleine kriminelle Gruppen sind aus dem Zerfall der großen Drogenkartelle entstanden und sind aufgrund begrenzter Ressourcen im Bereich von Entführungen, Erpressungen und Raubüberfällen tätig geworden.

Zudem kämpfen neue Drogenkartelle um Einflussgebiete und der Bedarf an Heroin ist in den USA gestiegen. Des Weiteren hat die Erhöhung der Treibstoffpreise in Mexiko zu einer weiteren Zunahme der Kriminalität
geführt. Im für mexikanische Verhältnisse relativ ruhigen Puebla ist in den ersten drei Monaten die Mordrate um 50 Prozent gestiegen, vergleichen mit dem Zeitraum 2011, der bisher den Höchststand bei Morden verzeichnet hatte. Der bewaffnete Kampf zwischen den Kartellen bewegt sich vom Norden weiter in den Süden des Landes. Auch in Mexiko-Stadt und Urlaubsregionen, wie Baja California, ist eine Zunahme von gewaltsamen Aktionen durch Drogenkartelle zu verzeichnen. Schießereien auf Supermarktplätzen oder in Restaurants in Bundesstaaten, die bisher nicht Schauplatz des offenen Kampfes zwischen Kriminellen waren, nehmen zu und gefährden Unbeteiligte.

Hinzu kommt, dass Mexikos Sicherheitskräfte korrupt und teilweise sehr inaktiv sind. Zudem wurden neue Gouverneure in zwölf Bundesstaaten gewählt, die neue und unerfahrene Polizeileiter eingesetzt haben. Auch 2018 ist mit der anstehenden Präsidentschaftswahl mit einem weiteren Anstieg der Gewalt zu rechnen.

Fast sieben von zehn Expats in Prag (68 Prozent) sind mit den dortigen Karrierechancen zufrieden – das sind 19 Prozentpunkte mehr als der globale Durchschnitt.

Konkrete Maßnahmen im Vorfeld ergreifen

Unternehmen, die in Mexiko aktiv sind beziehungsweise Mitarbeiter dorthin entsenden, sollten sich entsprechend vorbereiten. Eine wesentliche Maßnahme zur Risikominimierung insbesondere für Standorte und Projekte vor Ort sollte es daher sein, das Sicherheitsbewusstseins bei der Belegschaft durch regelmäßige Sensibilisierung zu erhöhen.

Auch sollte etwa durch Fachleute oder externe Dienstleister ein Lagemonitoring mit regelmäßiger Risikobewertung durchgeführt werden. Unerlässlich sind Notfallpläne auf lokaler Ebene und die Schulung der Funktionsträger vor Ort in Sicherheitsfragen. Bereits bei der Einstellung von Mitarbeitern beziehungsweise Auswahl von Expats sollte eine Sicherheitsüberprüfung vorgenommen werden. Ebenfalls externe, spezialisierte Dienstleister sollten ein Sicherheitsmanagement für den Standort (physische Sicherheitsmaßnahmen, Prozesse, Handlungsanweisungen) und die Wohnhäuser von Expats und leitenden Angestellten übernehmen.

Für Dienstreisen nach Mexiko empfiehlt sich neben einer Risikobewertung hinsichtlich des Reiseziels auch ein Sicherheitstraining für die Mitarbeiter. Darüber hinaus sollten diese vor Ort unbedingt durch eigenes oder anderes zuverlässiges Personal vom Flughafen abgeholt werden und kein Taxi nehmen. Ein ausgewiesener Sicherheitsdienst, mit einem Fahrzeug, das ins lokale Straßenbild passt, kann ebenfalls beauftragt werden.

Vorab sollte auch eine Evaluierung des Hotels vorgenommen werden, denn derzeit ist eine Zunahme von virtuellen Kidnappings gegen Reisende in Hotels abzusehen. Unabdingbar für den Mitarbeiter ist es, diesem eine 24/7-Notfallnummer an die Hand zu geben. Nur in Johannesburg beträgt der Anteil dieser Gruppe unter allen Expats 19 Prozent und entspricht damit dem weltweiten Durchschnitt.

Gefahr Kidnapping in Mexico

Dies übersteigt sogar den Prozentsatz der Expats in Johannesburg, die angeben, hauptsächlich mit anderen Expats befreundet zu sein (15 Prozent).

Ein Fachbeitrag mit freundlicher Genehmigung der BDAE Gruppe

Bildquellen:
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